Negativbotschaften

Kann der Austausch von Negativbotschaften für manche Menschen tatsächlich ansprechend sein? Oder liegt es nur an meiner Übersensibilität, dass mich dies massiv belastet …

Obwohl es mir wichtig ist Einblicke in meine Gedankenwelt zu gewähren weiß ich dass es nicht einfach werden wird dies verständlich zu tun.

„Politische Betrachtungen“
Wenngleich ich politisch nicht desinteressiert bin vermeide ich schon des längeren diesbezügliche Diskussionen oder versuche ihnen aus dem Weg zu gehen. Das liegt wohl daran, dass ich selten die Möglichkeit einer sachlichen Auseinandersetzung über politische Aspekte sehe. Mit einer Diskussion, welche auf festgefahrene Meinungen basiert, kann ich aber nichts anfangen.

Auch selbst bin ich mit manchen politischen Entwicklungen nicht immer glücklich, verfolge die Berichterstattung und beschäftige mich mit Lösungsansätzen. Wenn ich meine Sichtweise vertrete werde ich von manchen Zeitgenossen insgeheim gerne als gutgläubiger Naivling dargestellt. Darüberhinaus werden viele Themen – auf die ich hier nicht näher eingehen möchten – nur allzugern verallgemeinernd und mit einem aggressiven Unterton behandelt. Im Stammtischjargon werden einzelne Gruppen gegeneinander ausgespielt und jeglicher Konsens verunmöglicht.

„Verschwörungstheorien“
Ein sehr ähnliches Thema betrifft die Verschwörungstheorien, die zum Teil auch aus unseriösen Internetportalen gespeist werden. Auch hier möchte ich mir nicht unterstellen lassen ein gutgläubiger Utopist zu sein. Natürlich haben wir schon so manche Korruptionsskandale miterleben müssen, doch lässt dies für mich noch keinesfalls den Schluss zu, dass wir ständig belogen werden.

Wer sich damit beschäftigen will ob das World Trade Center im Jahr 2001 gesprengt wurde soll dies tun. Die Dokumentationen sind auf Youtube öffentlich zugänglich, selbst konnte ich mir daraus aber kein schlüssiges Bild verschaffen. Nur allzu gerne wird auch die vermeintliche Theorie strapaziert, dass das Geld ohnehin umfallen würde und es künftig weder Arbeitsplätze noch gesicherte Pensionen geben würde. Es mag berechtigt sein die vereinzelt zu wenig langfristige Orientierung der Politik kritisch zu hinterfragen, aber ich kann nicht verstehen was eine Verbreitung solch abstruser Wetuntergangsszenarien bringen soll.. Die Botschaft „früher war alles besser“ kann ich allmählich nicht mehr hören …

„Small Talk“
Nun möchte ich mich einem anderen Aspekt zuwenden, der meine Gedankenwelt ebenso belasten kann. Ich muss eingestehen, dass mein Umgang mit dem Small Talk stets problematisch war. Es ist aber nicht so, dass ich diese Form der zwischenmenschliche Kommunikation gänzlich ablehnen will – letztlich ist Small Talk auch ein wichtiges Werkzeug der Interaktion. Ich finde aber oft nicht den richtigen Zugang und interpretiere die gesprochenen Flosel falsch. Aber ich kann und will es auch nicht ausblenden, wenn in einem Gespräch oberflächliche, hasserfüllte oder selbstverliebte Negativbotschaften transportiert werden. Auch das Lieblingsthema vieler Österreicher – das matschgern über vermeintliche Obrigkeiten – hat schon oft meine Nerven strapaziert.

Auch wenn ein Psychiater mir den Verdacht auf „Asperger Syndrom“ attestiert hat bin ich in der Lage gute Freundschaften zu pflegen und angeregte Gespräche zu führen. Allerdings muss man dazu sagen, dass die Freunde meinen Gesprächsstil ebenso wie meine Schwächen kennen und offenbar akzeptieren. Dass ich beim Kennenlernen neuer Menschen äußerst verkrampft wirken kann ist kein großes Geheimnis.

Ich habe gerne ein offenes Ohr für Probleme der Mitmenschen – allerdings sehe ich dies zumeist als Auftrag an der Lösungsfindung mitzuwirken. Wenn ich erkennen sollte dass dies von der anderen Seite nicht so gesehen wird und das jammern im Vorderfgrund steht bin ich irritiert. Als besonders störend empfinde ich es auch, wenn versucht wird jemand anderem seine Meinung aufzuzwingen. Jedes Individium ist auf seine Art und Weise verschieden – das ist gut und wichtig so. Wir sollten nicht nur danach trachten unser eigenes Wesen zu verteidigen, sondern auch die friedfertigen Sichtweisen der anderen Menschen akzeptieren und respektieren.

Die vorgebrachten Aspekte, die schon oftmals für eine persönliche Unausgeglichenheit mitverantwortlich waren, möchte ich in der Psychotherapie zu hinterfragen versuchen. Wenn ich mit einer belastenden Aussage konfrontiert werde – die nicht notwendigerweise auf meine Person abzielen muss – bin ich zu wenig bereit oder auch zu feige den Konflikt auszutragen. Obwohl ich mich dann ärgere kann ich es zu einem späteren Zeitpunkt selten in Worte fassen was denn überhaupt vorgefallen wäre.


Dieser Beitrag findet sich auch im „Mind Blog“ auf labut.at.

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