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Auf aspie.labut.at möchte ich mich mit dem Asperger-Syndrom auseinandersetzen.  Neben allgemeinen Infos gibt es hier das „Aspie Blog“,  welches meinen Gedanken und Erfahrungen gewidmet sein soll.

Als 47jähriger Wiener muß ich gestehen, dass die Erinnerungen an meine Kindheit schon weitgehend verrblasst sind. Aber ich habe nicht vergessen, dass ich in der Schule aufgrund von sozialen Schwächen und Ungeschicklichkeit stets eine Aussenseiter-Rolle inne hatte und von den Klassenkollegen gemobbt wurde. Im Alter von 14 Jahren erkrankte ich an akuter lymphoblastischer Leukämie, die durch Chemo- und Strahlentherapie geheilt werden konnte. Im Jahr 2008 wurde ein atypisches Meningeom (Grad II) diagnostiziert und ich musste mich bislang drei Schädel OP’s und stereotaktischen Bestrahlungen unterziehen.

Auch wenn der Einstieg ins Berufsleben 1989 äußerst holprig verlief konnte ich ab 1997 eine weitgehende Kontinuität erreichen. Die Pflichterfüllung war mir stets sehr wichtig und ich gönnte mir etwa nach den Schädel-OP’s 2001 und 2008 keine Auszeit und war  jeweils zwei Wochen nach der Entlassung aus dem Krankenhaus wieder im Job aktiv. Ab 2013 wurde der Arbeitsalltag zu einer massiven Belastung, da mir die zunehmende Sehbehinderung, Kopfschmerzen, Lärmempfindlichkeit und nicht zuletzt meine Gedankenwelt immer mehr zu schaffen machten.

Erst seit September 2014 nehme ich eine Psychoeinzeltherapie in Anspruch, bei welcher rasch erkannt wurde dass sich zahlreiche Verhaltensmuster wie ein roter Faden durch mein gesamtes Leben ziehen. Ein Psychiater attestierte 2014 ein „depressives Syndrom“ (F33.2), eine „unsichere-vermeidende Persönlichkeitsstörung“ (F60.6) sowie „massive Affektdissoziation“. Bereits 2012 hatte ein Psychologe eine „zwanghafte Persönlichkeitsstörung“, „Zwangsgedanken“ sowie eine „Sozialstörung“ diagnostiziert.

Am Weltautistentag 2015 wurde ich von einem Freund auf das Asperger Syndrom angesprochen und  erkannte nach anfänglicher Skepsis dass zahlreiche Parallelen zu meiner Persönlichkeit bestehen. Das beginnt bei den sozialen Mankos sowie dem für mich belastenden Small Talk und geht über die förmliche und pedantische Sprache bis hin zu den motorischen Ungeschicklichkeiten. Der Psychiater und meine Psychotherapeutin bestätigten, dass in meinem Fall „etliche Hinweise auf das Asperger Syndrom“ (F84.5) vorliegen würden.


Im 3. Quartal 2017 erschien das Buch „Typisch untypisch“ (Verlag Kohlhammer), welches autistischen Berufsbiografien von Asperger-Autisten gewidmet ist. Auch selbst wurde ich eingeladen einzelne Aspekte meines Lebensweges in dieses wertvolle Buchprojekt einbringen.

Informationen finden sich unter kohlhammer.de. Weitere Bücher zum Themenaspekt werden unter Bücher auf aspie.labut.at vorgestellt.


Unter cellophan.antville.org findet ihr Infos zur Wiener Aspies & HSP Selbsthilfegruppe.