Krankheitsverlauf

An dieser Stelle möchte ich lediglich einige Eckdaten aus meiner Krankengeschichte darstellen.

Wie auf meningeom.at näher ausgeführt erkrankte ich kurz vor meinem 14. Geburtstag im Jahr 1985 an akuter lymphoblastischer Leukämie. Die erste Schädel-OP geht auf das Jahr 2001 zurück, kurz zuvor hatten mich epileptische Anfälle infolge einer Kavernomblutung außer Gefecht gesetzt. Anfang des Jahres 2008 mußte ich eine deutliche Sehminderung feststellen und es wurde letztlich ein atypisches Meningeom mit einer Raumforderung 8x3x5 cm diagnostiziert. Nach ärztlichen Aussagen kann der Hirntumor mit hoher Wahrscheinlichkeit als Spätfolge der mehr als zwanzig Jahre zuvor erfolgten Schädelbestrahlungen gesehen werden. Es folgten  zwei weitere chirurgische Eingriffe, bei denen der Tumor aufgrund seiner exponierten Lage nur zum Teil entfernt werden konnte.

Jeweils zwei Wochen nach der Entlassung aus dem Krankenhaus kehrte ich ohne Rehabilitation oder Wiedereingliederungshilfe an meinen Arbeitsplatz zurück und wollte so tun als ob nichts gewesen wäre. In weiterer Folge waren bis zum heutigen Tag drei stereotaktischen Strahlentherapien notwendig.

Im November 2013 ereigneten sich generalisierte epileptische Anfälle, die durch Einnahme von Antikonvulsiva bislang unter Kontrolle gehalten werden können. Seit 2013 verursacht der Tumor einen Gewebeschwund der Sehnerven (Atrophie, absolutes Skotom), was meine Sehkraft deutlich mindert. Dieser Umstand wird mittelfristig einen weiteren nicht risikoarmen chirurgischen Eingriff erfordern. Ein HNO Facharzt attestierte mir eine Anosmie und Ageusie, worunter ein vollständigen Verlust des Geruchssinnes sowie eine weitgehende Einschränkung des Geschmackssinnes verstanden wird.

Seit 2013 hatte sich meine psychische Stabilität zunehmend verschlechtert und ein Psychiater attestierte mir eine „selbstunsichere-vermeidende Persönlichkeitsstörung„, ein „depressives Syndrom“ sowie „massive Affektdissoziation„. Seit dem Sommer 2014 nehme ich eine Psychoeinzeltherapie in Anspruch, bei welcher erkannt wurde dass sich zahlreiche Verhaltensmuster wie ein roter Faden durch mein Leben ziehen. 2015 bestätigte der Psychiater, dass in meinem Fall „etliche Hinweise auf das Asperger Syndrom (F84.5) vorliegen würden. Bereits im Jahr 2010 wurde mir vom Bundessozialamt ein GdB 50 v.H. bescheinigt.

Der Arbeitsalltag konnte allmählich kaum mehr bewältigt werden. Da waren einerseits die Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen und die zunehmende Sehschwäche zu beklagen. Aber auch ein gesteigertes Lärmempfinden und eine verinnerlichte Unruhe setzten mir zu. Auf Anraten von Freunden brachte ich einen Antrag auf Berufsunfähigkeitspension ein, welche mir nach ausführlicher medizinischer Begutachtung 2015 zuerkannt wurde. Ich wollte die längste Zeit verdrängen, dass es soweit kommen könne – doch letztlich sah ich mich gezwungen meine eigenen Grenzen zu respektieren.

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