Kritik, Lob & Co.

Im April 2015 wurde ich eingeladen die persönlichen Erfahrungen in ein Buchprojekt zum Thema „Jobcoaching für Autisten“ einzubringen. Einige meiner Zeilen zu den Themen Kritik, Lob, Kompromiss und Hektik möchte ich kurz wiedergeben …

Kritik
Ich denke, dass ich stets bemüht war mich sachlicher Kritik zu stellen. Das Feedback kann ungemein wichtig sein um neue Lösungsansätze zu finden. Da ich mich mit dem übertragenen beruflichen Aufgabengebiet stets identifizieren wollte war es mir auch ein Anliegen konstruktive Verbesserungsvorschläge einbringen zu können. Schwierig wurde es dann, wenn unter den Kollegen eine allgemeine Unzufriedenheit überhand nahm und destruktive Verhaltensmuster einsetzten.

Lob
Lobende Worte von Vorgesetzten und Kollegen nahm ich zur Kenntnis, wenn diese in angemessener Form erfolgten. Das Lob sollte die Wertschätzung für besondere Leistungen und das erfolgreiche Bewältigen von schwierigen Herausforderungen ausdrücken. Weniger sinnvoll erscheint es mir, wenn gelobt wird dass wir schlichtweg unsere Arbeit erledigen. In diesem Sinne bin ich wohl auch selbst dabei verfahren, wenn ich Lob ausgesprochen habe.

Kompromisse
Komprimisse sind notwendig und hilfreich um einen gemeinsamen Nenner finden zu können. Solange die unterschiedlichen Sichtweisen sachlich vorgebracht werden und die Bereitschaft zu einem fairen Kompromiß erkennbar ist habe ich mich dem nie widersetzt. Leider mußte ich aber auch immer wieder erleben, dass der Kompromiss von Einzelnen zur eigenen Übervorteilung mißbraucht wird.

Druck und Hektik
Ein Team soll den ihm übertragenen Aufgabenbereich gemeinschaftlich bewältigen. Dabei können die Stärken und Schwächen der einzelnen Kollegen nach Möglichkeit berücksichtigt werden.

Ich hatte über viele Jahre in einem sehr vertrauten Umfeld gearbeitet. Die Arbeitsabläufe waren mir ebenso gut bekannt wie der involvierte Personenkreis. Neuen Aufgabengebieten ging ich weitgehend aus dem Weg, da dies auch den Kontakt mit neuen Kollegen erfordert hätte. So lange unser Arbeitsumfeld beständig blieb ergab sich daraus auch kein nennenswertes Problem.

Es war mir aber auch wichtig ein vollwertiges Teammitglied zu sein. Ohne dass dies jemand von mir gefordert hätte versuchte ich die quantitative Arbeit stets zu steigern. Dies führte innerhalb des Teams dazu, dass die Arbeitsaufteilung zunehmend ungerechter wurde. Wiewohl mir dieser Umstand nicht verborgen blieb sah ich anfangs nicht viel daran auszusetzen. Ich mußte doch froh sein, dass ich in einem solch vertrauten Umfeld arbeiten durfte. Dass ich keine Kraft mehr hätte eines Tages einen neuen Job anzutreten war mir insgeheim bewusst.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

31 − = 27